Mehrwertsteuersenkung

Fallstrick: Teil- und Akonto-Rechnungen

Errichter kennen das: Bei Großprojekten ist es Gang und Gäbe, kumulierte Rechnungen zu schreiben – sowohl gemäß Kalkulation als auch gemäß Aufmaß. Auf jeder Rechnung werden alle erbrachten Leistungen aufgeführt – eventuell schon gestellte Teil- oder Akontorechnungen werden vom aktuellen Beleg abgezogen. So weit so gut. Doch wie kann gewährleistet werden, dass unterm Strich die Umsatzsteuer stimmt? Spätestens seit der aktuellen Mehrwertsteuersenkung kann das zu einem Fallstrick werden. Wie gut, wenn eine Software die passende Unterstützung bietet.

„In unserer ERP-Software konnte schon immer zwischen Teil- und Akontorechnungen unterschieden werden. Auf jeder Rechnung wurden bisher einfach sämtliche Leistungen aufgeführt und eventuell schon gestellte und bezahlte Beträge abgezogen. Doch mit der Mehrwertsteuersenkung am 01. Juli 2020 und der notwendigen Anpassung in unserer Softwarelösung ist die korrekte Wahl der Rechnungsart sehr viel wichtiger geworden.“ Erklärt David Gerlach, Head of Customer Service bei der es2000 Errichter Software GmbH.

„Denn die steuerrechtliche Behandlung erfolgt nun anders. Teilrechnungen verbleiben bei 19 Prozent, so dass nur die fällige Restsumme in der Schlussrechnung mit 16 Prozent versteuert wird. Bei Akontorechnungen wird der Gesamtnettobetrag über alle Leistungen ermittelt und mit 16 Prozent versteuert. Alle Akontorechnungen aus Anzahlungen oder Abschlägen werden so rückwirkend auch auf 16 Prozent gebracht. Der noch fällige Rechnungsbetrag ergibt sich daher aus der Differenz zwischen dem Gesamtbrutto-Betrag (mit 16 Prozent Mehrwertsteuer) und den bereits geleisteten Zahlungen. Dadurch mindert sich der noch fällige Mehrwertsteuer-Betrag. Auf der letzten Seite in der Rechnungsaufteilung werden alle Rechnungen inklusive der Aktuellen untereinander aufgelistet und fertig. So haben wir den Fallstrick gelöst und stellen sicher, dass unsere Kunden ihre Akonto- und Teilrechnungen richtig versteuern können.“

Diese steuerrechtlich notwendige Erweiterung ist ab der Version 11.00.25 verfügbar. Fragen zu diesem Thema oder generell zum Software-Update beantwortet des es2000-Serviceteam unter service(at)es2000.de.

Akontorechnung und Teilrechnung

Was ist der Unterschied und was sind die steuerrechtlichen Konsequenzen?

Akontorechnung und Teilrechnung – was ist der Unterschied?
Wenn man es genau nimmt, müsste die Teilrechnung eigentlich korrekterweise „Teilschlussrechnung“ heißen. Denn hier werden eine oder mehrere bereits vollständig erbrachte Leistungen - inklusive der zum Abrechnungsdatum geltenden Umsatzsteuer - abgerechnet. Hingegen enthält die Akontorechnung – die auch Abschlagsrechnung genannt wird – oft nur einen prozentualen Anteil an der gesamten Projektabrechnung. Sie bezieht sich also nicht auf explizite Leistungen oder Projektphasen.
 

Was bedeutet das für die Versteuerung?
Je nach Rechnungsart gelten unterschiedliche Spielregeln. Grundsätzlich gilt sowohl für Teil- als auch für Schlussrechnungen: die Umsatzsteuer ist mit Ablauf des Voranmeldungszeitraumes, in dem das Unternehmen die Leistung erbracht hat, abzuführen.  Bei Akontorechnungen hingegen ist der Zeitpunkt der vereinnahmten Teilzahlung auschlaggebend, nicht der Zeitpunkt der Leistungserbringung. Spannend wird die Versteuerung dann besonders in der Schlussrechnung. Denn in ihr müssen sämtliche Projekt-Leistungen abgerechnet werden. Bereits geleistete Zahlungen müssen mit der korrekten Versteuerung angegeben und von der Gesamtrechnung abgezogen werden. An diesem Punkt ist eine vollständige Aufschlüsselung notwendig – mit korrekter Berechnung der jeweils geltenen MwSt-Sätze.

Erscheinungsdatum: 21.09.2020